Ihr Lieben, heute übernehme ich – Katharina – mal die Teenie-Kolumne, denn JA: Auch ich habe ja schon einen Teenager zu Hause. Meine große Tochter ist im Dezember 14 Jahre alt geworden und geht in die 8. Klasse. Bisher sind wir von großen pubertären Dramen verschont geblieben. Und dennoch tun sich bei uns natürlich auch Themen auf, die es so vor einiger Zeit noch nicht gab.
Es ist ein ständiges Ausprobieren und auch Nachjustieren, denn wir sind ja noch Neulinge in dieser Altersspanne und alles, was ich nun schreibe, funktioniert momentan für uns – was nicht heißt, dass wir gewisse Dinge nicht anpassen oder verändern, wenn es erforderlich ist.
Thema Handy allgemein
Unsere Tochter hat ein Smartphone (eines unserer alten Modelle), weil sie auch zur Schule mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in einen anderen Stadtteil muss und so immer sehen kann, wann der nächste Bus oder die nächste Bahn kommt. Generell nehme ich das Handy jeden Abend gegen 19 Uhr aus dem Zimmer, über Nacht liegt es ausgeschaltet in der Küche.
Sie benutzt WhatsApp, allerdings kommuniziert sie darüber nur mit ihren Freundinnen und wir haben ausgemacht, dass sie auch nur temporär in Gruppenchats sein darf – also wenn zum Beispiel eine Gruppenarbeit ansteht. Ich weiß, dass es zahlreiche Gruppenchats gibt (die ganze Klasse, nur die Mädchen der Klasse usw.) – allerdings haben wir uns darauf geeinigt, dass sie dort nicht dabei ist. Das macht einiges etwas umständlicher, hat aber den Vorteil, dass nicht NONSTOP Nachrichten aufploppen.
Thema Social Media
Auch wenn´s hart ist: Unsere 14-Jährige hat keinen Social Media Account, also kein TikTok, kein Snapchat, kein Instagram. Glücklicherweise haben ihre engsten Freundinnen das auch nicht, so dass sie nicht die Einzige ist. Da ich selbst viel auf Social Media unterwegs bin und immer wieder merke, wie fix man sich beeinflussen und verunsichern lässt, wie schnell man sich vergleicht und dann auch schlecht fühlt, möchte ich, dass meine Tochter so alt wie möglich ist, wenn sie mit Instagram & Co. in Berührung kommt – in der Hoffnung, dass sie dann einfach schon etwas gefestigter ist.
Momentan haben wir abgemacht, dass sie mit 16 Jahren mit Social Media beginnen kann. Zu Hause schaut sie ab und zu Youtube-Videos (hier habe ich einen Jugendschutz aktiviert), weil sie sich sehr für DIY Themen interessiert. Sie näht zum Beispiel Federmäppchen und Taschen aus YouTube-Tutorials nach oder schaut sich andere Videos zum Thema Interieur Design an.
Thema Privatsphäre
Ich würde niemals ihren Schrank durchsuchen, während sie in der Schule ist oder sonst irgendwie in ihrem Zimmer herumschnüffeln. Von Zeit zu Zeit schaue ich mir ihre Chatverläufe im Handy an, während sie dabei ist. Dabei lese ich nicht die konkreten Nachrichten, sondern frage eher nach, mit wem sie gerade viel in Kontakt ist und falls ein Name dabei ist, der mir nicht sofort was sagt, frage ich nach. Mir ist klar, dass sie sicher Wege finden würde, Chats vor mir zu verstecken – ich hoffe einfach, dass sie es nicht tut, was mich zum nächsten Punkt bringt.
Thema Vertrauen
Ich versuche, so viel wie möglich mit ihr im Gespräch zu bleiben. Das heißt nicht, dass wir jeden Tag stundenlang miteinander sprechen. Aber ich nehme mir immer wieder bewusst Zeit, in der wir wirklich reden. Meist ist das abends, dann setze ich mich zu ihr aufs Bett und stelle ihr konkrete Fragen. Was beschäftigt dich gerade? Wie läuft die Freundschaft zu XY? Gibt´s was, was dich derzeit ärgert? Nicht immer kommen dabei die bahnbrechenden Gespräche heraus, aber manchmal eben doch.
Ab und zu höre ich mir auch einfach nur an, wie gemein der Lehrer XY war oder wie nervig die Klassenkameradin. Es geht auch gar nicht darum, immer die ganz großen Themen zu besprechen, es geht vielmehr darum, zu zeigen: Du interessierst mich. Ich hoffe, dass wir so nicht verlernen, miteinander zu sprechen und sie immer weiß, dass sie mit allem zu mir kommen kann, wenn sie das will.
Thema Schminke
Das Interesse für Make-up hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Zuerst war der Deal, dass sie nur mit Wimperntusche in die Schule darf, jetzt ist es aber schon deutlich mehr. Ingesamt finde ich, dass sie sich sehr natürlich schminkt und nicht aussieht wie ein Clown – sie ist in dem ganzen Genre definitiv geschickter als ich. Schminksachen werden vom Taschengeld bezahlt.
Thema Taschengeld
Da unsere 14-Jährige sich durch Babysitten schon etwas dazu verdient, hat sie keine Geldsorgen. Sie kauft davon Schminke, Dekoartikel, Schmuck und so weiter. Die Grundausstattung Klamotten bezahlen wir, aber wenn sie jetzt bei H&M ein Oberteil gesehen hat, das sie so ähnlich schon zweimal hat, kauft sie sich diesen „Luxus“ auch vom Taschengeld.
Thema Mithelfen im Haushalt
Eigentlich haben die Kinder von Beginn an hier immer kleine Arbeiten erledigt, schon der Kleinste darf helfen, die Spülmaschine auszuräumen. Die Große hilft hier also zum Beispiel, in dem sie abends eine halbe Stunde auf den kleinen Bruder aufpasst, damit ich das Abendessen wegräumen kann. Oder sie geht Kleinigkeiten einkaufen oder hilft, die Wäsche zu sortieren. Jedes Kind hat hier seine kleinen Aufgaben, die aber ohne festen Plan erfüllt werden.
Thema Alkohol und Zigaretten
Da unsere Große in einem relativ „braven“ Freundeskreis ist, in dem das noch keine Rolle spielt, hat sie auch noch keinen Drang, irgendwas auszuprobieren. Rauchen ist in ihrem Umfeld eh irgendwie verpönt, habe ich den Eindruck.
Als ich meine Tochter gefragt habe, ob sie findet, dass ich eine strenge Mutter bin, sagte sie, ich befände mich auf der Skala in der unteren Hälfte der oberen Hälfte 🙂 Also strenger als der Durchschnitt, aber nicht unangenehm streng. Sie fände es schön, dass bei uns immer alle Freunde willkommen seien und es gäbe auf jeden Fall viel uncoolere Eltern als uns. Puh, was für eine Erleichterung.
Das Schönste aber war, dass sie neulich ganz aktiv Exklusiv-Zeit mit mir eingefordert hat. Ich denke, solange sie freiwillig gerne mit mir Zeit verbringt, muss ich mir um unsere Bindung keine großen Sorgen machen!